Sonntag, 25. September 2016

Ein neuer Lebensabschnitt...

Hallo ihr Lieben,

     Wie man genießen kann, wenn man weiß dass man geht,
     man müsste ständig gehen, das müsste ständig gehen.
     Wie man genießen kann, wenn man weiß dass man geht,
     so dass man anfängt anders zu sehen.“ – Clueso

long time no see. Mein Blog hat eine Pause eingelegt (oder ich eine Pause vom Blog?) - und das ganz unbeabsichtigt. Ich wusste, dass eine turbulente Zeit anstehen würde, doch eine offizielle Blogpause wollte ich dennoch bewusst nicht einlegen. Ich gebe zu: Ich hatte erwartet, dass ich schneller wieder rein komme, einen Rhythmus finde, freie Abende oder Zugfahrten zum Bloggen. Leider weit gefehlt. Aber was ist in der Zwischenzeit überhaupt passiert?

Kurz und knackig: Ich habe mein Master-Studium abgeschlossen, bin auf Jobsuche gegangen, ziemlich schnell fündig geworden, dadurch mehr oder weniger spontan auf Wohnungssuche gegangen, schließlich von Thüringen nach Hessen (Raum Frankfurt) gezogen und in die Vollzeit-Tätigkeit mit 40-Stunden-Woche eingestiegen. Die kurze Zeit zwischen Abschluss und Berufseinstieg habe ich versucht zu nutzen um Freunde zu besuchen, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe. Ich war viel unterwegs und habe es genossen, auch mal spontan sein zu können. Eine Eigenschaft, die mir in den letzten Jahren irgendwie verloren gegangen ist.

Nun bin ich immer noch recht spontan, was die Feierabend- und Wochenendplanung angeht. Es gilt natürlich auch, neue Kontakte aufzubauen, in einer vollkommen fremden Umgebung, die ich ebenfalls noch erkunden muss. Freund und Familie sind 250 km von mir entfernt, Bekannte habe (inzwischen: hatte) ich hier in direkter Umgebung nicht und die Kollegen sind natürlich sowieso neu. Eigentlich hatte ich erwartet, dass genau dieser Umstand dazu führen würde, dass ich viele Abende zu Hause am Laptop verbringen und mich meinem Hobby widmen könnte. Aber es ist eben genau das Gegenteil der Fall. Ich unternehme viel mit den neu gewonnenen Kontakten und bei uns zu Hause (ich habe mich für eine 2er WG entschieden) ist immer was los. Und nun trete ich sogar dem örtlichen Turnverein bei, nachdem ich dort ansprechende Sportarten für mich gefunden habe (und direkt als Vertretung für die Kursleitung kommende Woche eingeplant wurde).


Meine Erfahrung in der Vergangenheit war, dass ich bei Vollzeit-Arbeit einen regelmäßigeren Tages- und Wochenablauf habe und alles besser und sogar entspannter schaffe, als während der Studienzeit. Dreimal pro Woche Sport, zusätzlich einmal pro Woche reiten, Haushalt, entspannt lesen, ab und zu mal ausgehen und bloggen waren da zu schaffen. Doch weshalb klappt das jetzt nicht? Ich glaube der Hauptpunkt ist, dass ich seit Ende Juli noch kein einziges freies Wochenende hatte. Entweder habe ich mich ins Auto gesetzt und bin nach Hause gependelt oder ich habe Besuch bekommen. Mit Ausnahme eines einzigen Wochenendes, das dann aber mit Veranstaltungen und Unternehmungen vollgepackt war. Dazwischen habe ich immer versucht, freie Timeslots zum Kisten auspacken zu finden. Das Ergebnis: Ich habe immer noch 2 unausgepackte Kisten stehen. Und es müssen noch zwei Regale angebracht werden. Aber dennoch bin ich inzwischen zumindest so weit, dass ich mich auch wieder auf etwas anderes konzentrieren kann.

Aktuell sieht meine Woche ungefähr so aus: Montag-, Dienstag- und Mittwochabend Sport. Donnerstag freier Abend für Haushalt oder Freunde. Freitagabend drei Stunden Heimfahrt oder Wochenend-Besuch bekommen, Samstag Unternehmungen, Sonntag wenn möglich ausschlafen, Zeit für Familie, Freund und Reiten und spät abends drei Stunden zurück fahren. Warum hat die Woche eigentlich nur 7 Tage mit 24 Stunden, aber 5 Arbeitstagen? Noch weniger Schlaf ist übrigens keine Option.

Ihr versteht sicher den Punkt. The struggle is real!
Ich hatte erwartet, schneller zur Ruhe zu kommen. Während ich diesen Text schreibe, sitze ich übrigens im Zug. Auf dem Weg zu einem Überraschungsbesuch zum Geburtstag einer Freundin. Abendplanung offen. Würde ich öfter Zug fahren, könnte ich öfter bloggen. Aber das Auto ist einfach günstiger, schneller, flexibler und unkomplizierter für die Heimfahrten, als der Zug. Leider. Dafür habe ich mir vorgenommen, die Heimfahrten künftig zu nutzen, um Hörbücher zu hören. Denn zum Lesen komme ich ja auch nie. Und irgendwie müssen drei Stunden pro Strecke ja sinnvoll verbucht werden.


Nun, das war viel Text und wenig Bild. So eine Art von Beitrag gab es schon lange nicht mehr. Lest ihr sowas eigentlich gerne, zumindest ab und zu?

Lindchens World ist und bleibt ein persönlicher Blog, hinter dem ich als Person stehe und daher finde ich es durchaus angebracht, euch an größeren Veränderungen in meinem Leben teilhaben zu lassen. Ich wünschte auch, ich könnte euch jetzt sagen, ich hätte einen Masterplan.  Ich wüsste nun, wie ich meine Zeit effektiv einteile und Platz für all meine Hobbies finde. Aber leider ist das (noch) nicht so. Umso mehr würde ich mich über einen Austausch mit euch freuen, wie ihr euch organisiert. Was hat euch in der Vergangenheit geholfen, alles unter einen Hut zu kriegen?

Ich wünsche mir, dass Lindchens World nach der Vollendung des 6. Blog-Jahres nicht ausstirbt. Daher danke ich allen Lesern, die sich die Zeit genommen haben, den Text zu lesen. Über Kommentare dazu würde ich mich wirklich sehr freuen! ♥